Wer handlungsarme Bücher nicht mag, der ist hier sicherlich an der falschen Adresse. Denn passieren tut wirklich nich viel in diesem wunderbaren Buch.

Der Plot lässt sich ziemlich kurz zusammenfassen: Die Ich-Erzählerin ist Nachtwächterin bei einer Papierfabrik, die bald geschlossen werden wird. Der Koch hat auf dem Gelände einen Wolf gesichtet und ein Mann ist vor einiger Zeit vom Himmel gefallen.

Die Ich-Erzählerin erinnerte mich stark an Frank Lehmann aus Herr Lehmann von Sven Regener. Sie ist auch eine unzuverlässige Erzählerin, die auf wunderbar schelmische Art ihre Gedanken und Erlebnisse erzählt. Hier ist noch alles möglich ist für mich eines dieser Bücher, die extrem vieles offenlassen und dem Leser die Freiheit geben, sich selbst Seiniges zu denken (Der Titel spricht da naürlich Bände.). Die Metaphern des Wolfes oder des Mannes der vom Himmel fiel (MDVHF) können vieles ausdrücken, so fern der Leser will. Was Gianna Molinari aber extrem gut gelingt, ist trotz dieser Freiheit die sie dem Leser zuhält, nicht in Schwammigkeit zu verfallen. Die meisten Bücher die viel Interpretationsraum offenlassen, verkommen zu nichtssagendem Brei. Aber dieser Spagat zwischen Interpretationsfreiheit und Explizitem gelingt in diesem Buch aussergewöhnlich gut.

Ich kann das Buch wirklich nur wärmstens empfehlen. Es ist ein starkes Debüt mit feinen Tönen (Wenn man den will.)

Hier ist noch alles möglich auf der Seite des Verlages