Besprechungen

Der ungeheuerliche Blick auf die Geschichte

Ein Buch, das selbst so ungeheuerlich ist, wie die Wahrheiten, die es erzählt. Der Niederländisch-Suriname Anton de Kom hat 1934 die Kolonialgeschichte der Niederlande, oder genauer die Geschichte der Sklaverei in Surinam, niedergeschrieben.

Weiterlesen …

Tagebücher in Gedichtform? ─ … sozusagen als Tagebuch von Liselotte Lüscher

193 Gedichte sind in Liselotte Lüschers Band versammelt. Entstanden über 62 Jahre hinweg, dokumentieren sie den Werdegang ihrer Autorin. Zumindest in Ansätzen als Tagebuch. Weiterlesen…

Von Dimensionsreisen und verlorenen Welten

Zwei ziemliche Kolosse liegen da auf meinem Schreibtisch. Beide Bücher sind Graphic Novels, beide erzählen Geschichten, die man weitschweifig der Science-Fiction zuordnen kann und beide beschäftigen sich mit queerer Liebe. Da hören aber auch die Gemeinsamkeiten auf, beide Autorinnen wählen in der Folge sehr eigene Zugänge zu ihren Themenwelten. Weiterlesen…

Facetten der Weltuntergänge

Die Apokalypsen des Antanas Škėma sind leise. Bimmelnde Glocken, so leise, dass man sie fast nicht hört. Sobald man sie hört, bleibt man stehen und kann nicht anders, als ihnen weiter zu lauschen, weil sie trotz aller Grausamkeit, so wunderschön und bedacht vor sich hin spielen. So, als würde ihnen gleichzeitig die ganze Welt und kein einziger Mensch zuhören. So, als ob die Apokalypse bereits längst unerbittlich fortgeschritten ist und gleichzeitig noch alles gerettet werden kann. Weiterlesen…

Verlagsporträts

Das Kulturelle Gedächtnis

Viel klingender kann ein Name für einen Verlag nicht sein, als es beim Verlag Das Kulturelle Gedächtnis der Fall ist. Vergessenes soll wiederentdeckt werden, Notwendiges wird ausgegraben, entstaubt und neu aufgelegt. Beschränkt auf sechs bis acht Titel pro Jahr, werden so in Berlin seit 2017 alte Wunderlampen neu gerieben.

mare

Seit Mitte der 90er-Jahre hat der Hamburger mare Verlag einen ganz klaren Fokus: das Meer und die Geschichten, die es über das Meer zu erzählen gibt. Es sind dies die Geschichten von Menschen und Tieren, die von, mit, neben und dank dem Meer leben. Daraus entstand zuerst eine Zeitschrift, schlicht mare betitelt. Seit 1999 werden auch Bücher verlegt, nicht jede Geschichte passt in ein Magazin. Auch bei den Büchern bleibt das Meer Inspirationsmedium, sowohl literarisches wie auch aufwändige Bildbände gehören ins Buchprogramm.

So nebensächlich die Typografie oft behandelt wird, so zentral ist sie für die Wirkung eines Textes. Diese Besprechung ist in einer Grotesk-Schrift gesetzt (Antarctica) und wirkt ganz anders, als die langen Besprechungen in Serifenschrift (Atacama). Warum dem so ist und woran sich gute Typografie bemisst,...

King Goshawk hat seiner Frau alle Vögel der Welt versprochen, was dank seines unermesslichen Reichtums kein Problem sein sollte. In aller Eile wird die ganze Welt danach abgesucht. Zeitgleich will sich ein Philosoph der Macht von Goshawk widersetzen und beauftragt im Himmel einen keltischen Helden...

«denn eine gute Frau// ist eine saubere Frau». Der Auftakt zu Angélica Freitas' Gedichtband ist schon genauso zynisch, genauso analytisch treffend, wie es der ganze Rest des Bandes sein wird. In einfacher, direkter Sprache wird das Wesen der Frau beleuchtet, nur wenn sie sauber ist,...

Der klassische Roman hat etwas von einer Verschwörungstheorie, da die Erzähler*in im Hintergrund agiert und wir sie gar nicht sehen können.

René Frauchiger hat 2019 einen Roman geschrieben, der sich allen Genrezuordnungen und -konventionen entzieht. Wir haben uns über diesen Roman, übers auktoriale Erzählen, dessen demokratische Gegenform, die kindliche Freude an Abenteuern und über die von Frauchiger mitgegründete und mitherausgegebene Literaturzeitschrift Das Narr unterhalten.

Das Gespräch anhören …

Podcast 

Der Winterschlaf ist vorbei und es geht auch hier wieder los. Diesmal war Mikrotext-Verlegerin Nikola Richter zu Gast. Wir haben uns über ihr neues Buch, ihren Verlag und übers Jazzgeigenspielen unterhalten.

Das Gespräch anhören …