• dekarnation von Eva Maria Leuenberger

    Tal. Moor. Schlucht. Und wieder Tal. Sie sind so einprägsam wie simpel, die Schauplätze von Eva Maria Leuenbergers Lyrik. Das lyrische Ich, welches im Tal erwächst, wird im Moor beginnen zu zerfallen. Der Prozess der Dekarnation wird da einsetzen und das Ich so lange zerfallen, bis nur noch Knochenmasse übrig ist. In der Schlucht wird die restliche Haut vollends verschwinden, sie fällt einfach ab. Aufhalten lässt sich die einmal begonnene Dekarnation nicht.

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  • Nicht wie alle Andern von Ferdinande von Brackel

    Ferdinande von Brackel (1835–1905) ist eine weitere Schriftsteller*in, die man zu den Vergessenen hinzuzählen muss. Sie war zu ihren Lebzeiten eine gefeierte und vielgelesene Schriftstellerin, ist heutzutage aber kaum mehr bekannt. Im Wehrhahn Verlag ist nun eine Neuedition einer ihrer Novellen erschienen.

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  • Eisbären von Marie Luise Kaschnitz und Karen Minden

    Das Zwiegespräch eines Ehepaares. Der Mann kommt spät nach Hause, er will reden. Licht solle sie aber nicht machen, sagt er seiner Frau. Im Dunkeln beginnt er, es geht um den Tag, als sich die beiden kennengelernt haben. Damals im Zoo, am Eisbärengehege. Er vermutet, dass sie damals auf einen anderen gewartet hat und will es nun genau wissen.

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  • Das Eis-Schloss von Tarjei Vesaas

    Eine Geschichte, die sich um zwei Mädchen dreht. Siss und Unn. Eine Geschichte, die auf einem Dorf spielt, im ewigen Eis. Auch im Sommer bleibt der See fast ganz zugefroren, nur für wenige Wochen ändert er seine elementare Form. Eine Geschichte, die in glasklarer Sprache von diesen beiden Mädchen und von diesem ewigen Eis erzählt.

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  • Das Nadelöhr von Kristiane Kondrat

    Deutschland im Jahr 2225. 80 Jahre nach einer schweren Umweltkatastrophe. Das Land ist seit der Katastrophe in verschiedene Zonen aufgeteilt, nur noch Teile des Landes sind bewohnbar. Die sogenannte Zwischenzone ist durch hohe Mauern abgetrennt und darf nur zu Forschungszwecken betreten werden. Alfred ist einer dieser Forscher. Der Chemiker soll Bodenproben in der Zwischenzone entnehmen, denn komplett unbewohnt ist die Zone nicht.

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  • Reporterstreifzüge von Hugo von Kupffer

    Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gab es im auflagenstarken «Berliner Lokal-Anzeiger» eine Rubrik, die den Titel «Reporter-Streifzüge» trug. Darin hat Chefredaktor Hugo von Kupffer (1853-1928) genau das getan, was man sich vom Titel verspricht. Er streifte durch Berlin, berichtete und beobachtete dem Zeitungsleser, was er auf diesen Streifzügen erfahren und entdeckt hatte. Entstanden sind so einige der ersten deutschsprachigen Reportagen.

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  • Barfuß geht die Zeit und Ich lege mein Herz von Ingrid Zebinger-Jacobi

    2018 erschien mit Barfuß geht die Zeit das literarische Debüt von Ingrid Zebinger-Jacobi in der österreichischen Edition Keiper. Kaum ein Jahr später erschien mit Ich lege mein Herz, bereits ein zweiter Erzählband. Es ist höchste Zeit, diese Autorin und ihre Erzählungen einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

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  • Kaiser ruft nach von Thomas Heimgartner

    Kaspar Kaiser ist ein Lokaljournalist. Am liebsten befasst er sich im Rahmen seines Berufes mit Nekrologen. Also mit Abgesängen auf Tote. Da Kaiser nebst dieser Vorliebe auch einen gewissen Hang zum Narzissmus aufweist, schreibt er seinen eigenen Nachruf auch gleich selbst. Rein vorsorglich natürlich. Und so beginnt *Kaiser ruft nach*, Hauptfigur und Ich-Erzähler Kaspar Kaiser tut genau das, er ruft nach und hält einen Abgesang auf das eigene Leben.

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  • Willkommen im Tal der Tränen von Noëmi Lerch

    Im vielleicht am schönsten gestalteten und hochwertigsten Buch, welches ich in diesem Frühjahr in den Händen gehalten habe, erzählt Noëmi Lerch vom Leben auf der Alp. Noch etwas erschlagen von der Haptik des Werkes, wird man als Leser*in schnell hineingezogen in die Geschichte. Getragen wird diese von Lerchs poetischer Sprache und den Illustrationen vom Künstlerduo Walter Wolff.

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  • Dich gibt's nur dreimal für mich von René Kemp

    Seit 2014 betreibt der Bildende Künstler Réne Kemp auf Tumblr eine Art Online Journal, wo er, mehr oder weniger regelmässig, in kurzen Texten seine Tage und die Gedanken dieser Tage erfasst. Diese Texte erscheinen nun gesammelt in einer dreibändigen Ausgabe. Im Mai ist der erste Band erschienen, welcher die ersten drei Jahre des Journals zusammenträgt, Mitte 2014—Ende 2016.

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  • Sumpfland von Moki

    Das von Moki erschaffene Sumpfland ist ein eigentümlich Ding. Alraunen produzieren mit fabrikatösem Eifer Nachkommen in rohen Mengen, Fuchs und Mensch stecken in einer Beziehungskrise, verkümmertes und verkrümmtes Gemüse sitzt in der Bar und schüttet den Frust hinunter, eine junge Frau versinkt im Sumpf und wird Teil dessen.

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  • Der blutige Roman von Josef Váchal

    In seinem Meisterwerk Der blutige Roman erzählt Josef Váchal von allerlei Gestalten: Piraten, Werwölfe, lebende Leichen, ein obskurer Doktor, Jesuiten, Geistliche, Bernhardiner (Hunde wie Mönche). Und diese Gestalten tanzen auch durch ein buntes Assortiment von Landschaften, vom verschneiten Bernhardinerkloster zur Südseeinsel zum Piratenschiff zum ganz normalen Dorf auf dem Lande. So breit wie die Figuren und Landschaften, so breit sind auch die Handlungsbögen in diesem Roman.

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  • Micro Science Fiction von O. Westin

    Auf seinem Twitteraccount hat O. Westin seit 2014 über 3000 kurze Geschichten veröffentlicht. Nun sind die Science-Fiction Geschichten erstmals in Buchform erhältlich und erscheinen zeitgleich auf Deutsch und auf Englisch.

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  • Salzhunger von Matthias Gnehm

    Die zehnte Graphic Novel von Matthias Gnehm startet mit den Bildern einer Explosion, startet mit einer Welt, die sich selbst ausbeutet und sich um Rohstoffe bekriegt. Wieder und wieder schaut sich Arno Beder diese Bilder an, seit einiger Zeit arbeitet er an einem Dokumentarfilm zum Thema.

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  • Der letzte Sommer von Ricarda Huch

    Ricarda Huch (1864-1947) reiht sich mit ihrem Werk ein, in die Reihe zu Unrecht kaum beachteter oder vergessener Autorinnen. So findet sich in ihrem breit gefächerten Werk etwa auch die Briefnovelle *Der letzte Sommer*, die nun im Imprint Gatsby des Kampa Verlages neu erscheint. Ursprünglich erschienen war die Novelle 1910. Seit der letzten Ausgabe aus den 70er Jahren war das Werk vergriffen.

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  • «Zu sehr emancipirt» - Lydia Eschers Tragödie von Regina Dieterle

    Wer heute durch das Zürcher Kunstmuseum flaniert, der wird dort an einer Wand zwei Porträts vorfinden. Eines von Gottfried Keller und eines von Lydia Welti-Escher. Beide wurden gemalt von Karl Stauffer-Bern. Das diese beiden Porträts nebeneinander hängen mag zufällig anmuten, sie stammen ja vom gleichen Künstler, nach der Lektüre des vorliegenden Bandes wird dieser Umstand aber ziemlich sicher weit weniger zufällig erscheinen.

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