• Glück von Dragica Rajčić Holzner

    Glück ist ein Dorf und kein Umstand, der die Menschen aus diesem Dorf besonders oft heimsucht. Im Gegenteil, nur Unglück nimmt Ana mit, als sie Glück verlässt. Und einen gewalttätigen Mann. In gebrochener und poetischer Sprache erzählt Dragica Rajčić Holzner vom Sich-verlieren und Wiederfinden und von männlicher Gewalt.


  • #fickfisch von Maja Siffredi

    Tabus kennt Maja Siffredis Roman nicht. In einem wilden Ritt wird weisses Pulver durch die Nase gezogen, das Hinterteil mit dem Rohrstock drangsaliert und Körperflüssigkeit ausgetauscht. Wer den Magen dafür hat, findet hier eine unterhaltsame Textsammlung, die restlichen Abenteurer werden dem nicht vorhandenen Erzählstrang dieses Romanes nachtrauern.


  • In den kommenden Nächten von Irmgard Fuchs

    Irmgard Fuchs' Roman ist ein Griff ins Herz. Direkt, voller Poesie und komplett auf sein zentrales Thema konzentriert, wird die Geschichte einer Emanzipation erzählt – in der direktesten Form, die möglich scheint.


  • Göttliches Tagebuch von Giacomo Sartori

    Man muss schon ein Schelm sein, um Gott all diese Worte in den Mund zu legen. Mit satirischem Talent erzählt ein allmächtiger Gott in Giacomo Sartoris Roman von ganz alltäglichen, ja, nahezu menschlichen, Sorgen und Ängsten. Ein genauso sinniges wie hintersinniges Vergnügen.


  • Ich schreibe, also bin ich von Simone Frieling

    Ich schreibe, also bin ich. Wer glaubt, der existenzialistische Titel von Simone Frielings Porträtband weiblicher Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts sei übertrieben, der irrt. In jedem der 10 Porträts wird unmissverständlich klar, wie sehr die Existenz der Porträtierten mit ihrem jeweiligen schriftstellerischen Schaffen zusammenhängt.


  • Luna Luna von Maren Kames

    Das Firmament hängt hoch in Maren Kames Gedichtband Luna Luna. Wobei Gedichtband vielleicht das falsche Wort ist für dieses versatzstückelte Werk aus popkulturellen Referenzen und dem Klagelied eines leidenden Ichs. Der Mond bildet den Fixpunkt, der in aller Einsamkeit und Auseinanderbrecherei die Welt irgendwie zusammenhält und der als Bezugsgrösse dient.


  • Café Krane von Cora Sandel

    Das Café Krane ist ein Kaffeehaus, wie es in so mancher norwegischen Kleinstadt in den 1920er Jahren hätte stehen können. Geführt wird es vom Ehepaar Krane, man trifft sich gerne dort, es ist gemütlich, ruhig und bietet der ganzen Gemeinschaft einen willkommenen Sammelpunkt. Auch die beste Schneiderin im Dorf, Katinka Stordal, sitzt gerne im Café. Zu gerne.


  • Der Mitternachts-Scholar von Shi Dong-Shan

    Bai Hsing ist ein junger chinesischer Gelehrter. Seine Ehe wird ihm schnell langweilig, weshalb die ursprüngliche Suche nach Potenzpillen zu einer willkommenen Reise wird, die ihm zum Ausbruch aus der Ehe dient. Eigentlich eine historische Obskurität aus China. Aber eben auch ein Buch, bei dem die verlegerische Verantwortung vergessen gegangen ist.


  • Ein Junge wie Kees von Theo Thijssen

    Amsterdam, die ausgehenden Jahre des 19. Jahrhunderts. Kees ist das älteste von drei Geschwistern, die Eltern betreiben ein Schuhgeschäft. Auf den ersten Blick ist Kees ein Junge wie jeder Andere. Erst auf den zweiten Blick wird man merken, was für ein besonderer Junge Kees doch ist.


  • Kinderwhore von Maria Kjos Fonn

    Charlotte ist gut in Norwegisch und in Mathe und lebt bei ihrer Mutter. Vater hat sie keinen, also eigentlich schon, der wechselt einfach genauso häufig, wie ihre Mutter den Freund wechselt. Als Charlotte gerade zwölf geworden ist, findet wieder einer dieser Wechsel statt. Der neue Freund der Mutter, Jonas, fängt aber plötzlich an, die Nächte bei Charlotte zu verbringen.


  • Angst vor Lyrik von Moritz Hürtgen

    Angst vor Bahnhöfen. Eifersucht. Frauen. Gott. Hunden. Konservativen. Licht. Nachbarn. Prüfungen. Sekten. Theater. Überfremdung. Diese und 90 weitere Ängste tauchen in Moritz Hürtgens Gedichtband *Angst vor Lyrik* auf. Warum aber soll man sich nebst all den anderen Ängsten gerade vor der Lyrik fürchten?


  • Über das Verschwinden der Utopie - Der Boden unter den Füßen von Christoph Keller

    Christoph Keller habe eine Utopie geschrieben, so die grossmundige Versprechung seines Verlags. Dabei muss man sich aber zwangsläufig die Frage stellen, ob denn eine Utopie gute Literatur sein kann, schliesslich ist doch die Utopie seit Jahrzehnten auf einem absteigenden Ast. Lohnt es sich also heute noch, eine Utopie zu schreiben?


  • Das Institut von Lisa Spalt

    Die ganze Welt besteht nur noch aus einer einzigen Stadt, sinnigerweise Lands getauft. Regiert wird diese Stadt-Welt von Diktator Cramp. Der Diktator ist aber keine Einzelperson, sondern viel eher die Versinnbildlichung des Bösen, die auf vielfältige Weise erscheinen kann. Diesem weltumspannenden Bösen stellt sich das IPA entgegen, das Institut für poetische Alltagsverbesserung.


  • Die Hyazinthenstimme von Daria Wilke

    Irgendwo in der Steiermark steht ein Schloss. Mitten in einem Laubwald. Bevölkert wird dieses Schloss fast ausschliesslich von Knaben und Männern. Regiert wird das von den Bewohnern Haus Settecento genannte Schloss, von einem rothaarigen Zaren. Getreu dem Namen des Hauses, lässt der Zar darin den Barock wiederaufleben. Mitsamt all seinen Traditionen. Auch den grausamsten. Fast alle Männer und Jungen des Hauses sind Kastraten und werden im Schloss zu männlichen Sopranisten ausgebildet.


  • Königin-Maud-Land ist geheim von Line Madsen Simenstad

    Fünf Erzählungen finden sich im schmalen Debüt der norwegischen Autorin Line Madsen Simenstad. Nichts Grosses bewegt sich in diesen Erzählungen und trotzdem gelingt es Simenstad, mit ihren Erzählungen einen eindringlichen und berührenden Sog zu entwickeln, der einen Hauch Magie versprüht.


  • dekarnation von Eva Maria Leuenberger

    Tal. Moor. Schlucht. Und wieder Tal. Sie sind so einprägsam wie simpel, die Schauplätze von Eva Maria Leuenbergers Lyrik. Das lyrische Ich, welches im Tal erwächst, wird im Moor beginnen zu zerfallen. Der Prozess der Dekarnation wird da einsetzen und das Ich so lange zerfallen, bis nur noch Knochenmasse übrig ist. In der Schlucht wird die restliche Haut vollends verschwinden, sie fällt einfach ab. Aufhalten lässt sich die einmal begonnene Dekarnation nicht.