Mir wurde vom Verlag ein elektronisches Leseexemplar zur Verfügung gestellt.

Der Roman spielt in einer nahen Zukunft, in welcher das Internet von Trollen regiert wird, den Unterschied zwischen wahren und Fake-News, gibt es eigentlich nicht mehr, denn auch die renommierten Medien fallen den Trollen zum Opfer. Der namenlose Ich-Erzähler und seine beste Freundin beschliessen, die Trolle von innen heraus zu zerstören.

Viel mehr gibt es über den Plot nicht zu sagen, meiner Lesart nach, geht es hier aber auch überhaupt nicht um den Plot. Troll ist ein Roman, bei dem es mir schwerfällt, ihn genau situieren zu können. Hauptsächlich habe ich das Buch als Satire gelesen. Eine Satire unseres Zeitalters, in der sich jeder über Alles aufregen kann, bevorzugt laut, in CAPSLOCK und möglichst grosser Reichweite. So gelesen, leistet der Roman grossartiges.

Der erste Teil ist nicht den eigentlichen Trollen gewidmet, sondern der Welt in der er spielt, eine nahe Zukunft die von zwei Kriegen zerstört wurde, dem Informationskrieg im Netz und dem Hybridkrieg (der Informationskrieg hatte zu physischen Konflikten geführt). Der namenlosbleibende Ich-Erzähler, erzählt uns die Geschichte seines Erwachsenwerdens. Dieser erste Teil war für mich auch der stärkste Teil des Romans, weil er eigentlich eine Coming-of-age Geschichte erzählt in einer Welt die durchaus aus unserer entwachsen sein könnte. Der zweite, und für mich deutlich schwächere, Teil erzählt uns dann direkt aus der Troll-Fabrik.

Troll von Michal Hvorecký ist ein gutes Buch, welches von einer schrecklichen Welt erzählt, eine Welt die wir im Begriffe sind zu schaffen, sollten wir nicht bald die Kurve kriegen. Die Welt die der Autor erschafft ist grauenhaft und meisterhaft aufgebaut, das omnipräsente Krankenhaus des ersten Teiles wird mich wohl auch noch in den nächsten Tagen verfolgen. Die zwei Schwachpunkte die der Roman aufweist sind die Sprache und die Geschichte. Gerade im zweiten Teil verliert sich manchmal die Sprache in der eigenen Fabulierlust, da werden dann Trolle in all ihren Facetten beschrieben aber es geschieht einfach zu häufig und nervte mich als Leser mehr als, dass es mich unterhalten hat. Zur Geschichte muss ich sagen, dass die einfach etwas belanglos ist und was mich vor allem enttäuscht hat, ist das verschenkte Potential. Hier wird meisterhaft eine Welt erzeugt, was dann aber in der Welt passiert, sprich: die Geschichte, ist eher belanglos.

Trotz allem; ein lesenswerter Roman, der vieles auf die Spitze treibt was heute schon geschieht und dementsprechend, durchaus beängstigend ist.

Troll auf der Seite des Verlages